Balkan und Griechenland 2013

Ostern 2012 wollen wir auf den Balkan neue Länder kennen lernen, in Griechenland Bergsteigen und etwas Sonne tanken. Allerdings ist auf der ganzen Reise – wie im übrigen Europa – das Wetter sehr wechselhaft und oft regnerisch.

Nach einer Nachtfahrt durch Slowenien besuchen wir als Erstes die Plitwitzer Seen im Landesinnern von Kroatien. Hier liegt sogar noch eine Menge Schnee – in Kombination mit Nebel und etwas Hochwasser ergibt sich hier eine fantastische Atmosphäre.

Bei unserer nächsten Station Split, die ja direkt am Meer liegt, ist das Klima dann doch wesentlich milder und wir erleben die romantische Altstadt in der Nacht bei Vollmond sowei bei Tageslicht am nächsten Vormittag. Auf dem Weiterweg Richtung Süden machen wir einen Abstecher nach Bosnien Herzegowina und besichtigen ein altes osmanisches Dorf sowie die berühmte Brücke von Mostar. Wieder zurück in Kroatien umrunden wir die Altstadt von Dubrovnik auf der mittelalterlichen Stadtmauer, von der man den besten Überblick auf die malerische und sehr fotogene Hafenstadt hat.

Bei der Durchfahrt von Montenegro passieren wir die Bucht von Kotor und fahren über einen verschneiten Pass im Landesinnern. Am Skoder-See erreichen wir Albanien, ein uns völlig unbekanntes Land, das jahrzehntelang unter einem kommunistischem Regime hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt war. Die heute noch herrschende Armut und wirtschaftliche Rückständigkeit begegnet uns überall auf der Durchfahrt: viele ärmliche Behausungen, überall in den Wiesen liegen Müll und Glasscherben, am Meer entdecken wir unzählige neu gebaute Hotels oder Häuserblöcke, die alle noch nicht fertig sind oder leer stehen.

Nach einem Kurzbesuch der Hauptstadt Tirana queren wir das Landesinnere durch ein kilometerlanges Gebirgstal. Die zunächst noch asphaltierte Straße wird immer schlechter, bis wir plötzlich auf eine ganz neue Teerstraße treffen. Aber nur wenige Kilometer weiter ist damit Schluss und wir landen auf einer Schotterstraße, die ebenfalls immer schlechter wird. Durch die vielen Regenfälle ist sie sehr verschlammt und wir müssen einige Bachläufe durchqueren. Ohne unser Allradsystem wären wir hier gar nicht durchgekommen.

Auf einer Hochfläche gelangen wir dann von Albanien nach Mazedonien. Dort versteckt sich der Ohridsee im Nebel und unsere geplante Passstraße liegt weiter oben noch unter einer unberührten Schneedecke.

In Griechenland passieren wir zunächst den Kastoriasee und erreichen dann die eindrucksvollen Meteora-Klöster, die wir Adlernester auf den Felstürmen kleben. Hier verbringen wir die Osterfeiertage, besuchen einige der Klöster und machen auch zwei Klettertouren auf steile Felsgipfel mit herrlicher Aussicht.

Da das Wetter immer noch recht unbeständig ist, hoffen wir auf mehr Wärme und Sonnenschein weiter im Süden. Aber selbst am Meer, am Golf von Korinth, ist es noch recht kühl und es sind kaum Touristen unterwegs.

Zum Abschluss geht es noch einmal ins Gebirge oberhalb von Joanina zur berühmten Vikos-Schlucht, die eine der tiefsten der Welt sein soll.

Nach einer Erkundung wandern wir 6 Stunden völlig allein durch diese wilde Landschaft und müssen einmal sogar durch den Fluss waten, da der Weg durch das Frühjahrs-Hochwasser überspült ist.

Von Igoumenitsa nehmen wir eine Fähre zurück nach Italien, die den großen Vorteil hat, dass wir günstig in unserem eigenen Wohnmobil an Deck schlafen können (Camping on Board). Ab Ancona bringen uns die Autobahnen zurück nach München.

Durch das unbeständige Wetter etwas beeinträchtigt, wird es dennoch eine lohnende Reise mit kulturellen Schwerpunkten durch die neuen Staaten des ehemaligen Jugoslawien, ein Kurzbesuch im unbekannten Albanien sowie etwas Klettern und Wandern in Nordgriechenland.

 

© Dr. med. Walter Treibel, 2013