Australien 1999 - Tauchen, 4WD, Bergsteigen

Nach meinen vielen Expeditionen der letzten Jahre habe ich diesmal bewußt einen etwas anderen Urlaub ausgesucht.

Zwei Tauchkurse beziehungsweise Bootsfahrten am "Great Barrier Reef", eine Fahrt in den Regenwald sowie eine Woche im echten australischen "Outback" mit einem Geländewagen um Alice Springs und den Ayers Rock liegen hinter mir und haben mir unter Wasser sowie in der Wüste und im Urwald wieder intensive Eindrücke und Erlebnisse vermittelt.

Der Ayers Rock - der zweitgrößte Felsmonolith der Erde und eine der Hauptsehenswürdigkeiten Australiens - gilt bei den Aborigines, den Ureinwohnern des Kontinents, als heilig, und beim farbintensiven Sonnenaufgang und besonders beim Sonnenuntergang kommt auch wirklich eine mystische Stimmung auf.
Die Besteigung dieses Berges ist technisch einfach - ein harmloser Klettersteig, an dem allerdings bereits 25 Menschen ums Leben gekommen sind, führt auf den höchsten Punkt des Monoliths, den noch weit über hundert andere Touristen an diesem Tag mit mir erreichen. Da war mein nächtlicher Dreiviertel-Aufstieg am Vortag nach Sonnenuntergang sehr viel einsamer und abenteuerlicher!

Ganz anders der Mount Kosciusko: Er liegt leicht zugänglich im gleichnamigen Nationalpark im Südosten von Australien, ungefähr zwischen Sydney und Melbourne, den großen Städten des Kontinents. Von Canberra, der Retortenhauptstadt des Landes, ist er sogar nur 2,5 Autostunden entfernt. Hier will ich an den letzten zwei Tagen meiner Reise auch noch den höchsten Berg des australischen Kontinents mit Skiern besteigen. Dies sollte der "achte" Gipfel meiner "Seven Summits" werden, damit meine Sammlung unabhängig von der geographischen Sicht- und Zählweise auf jeden Fall komplett ist.

Vom Ende des Sesselliftes sind es nur 300 Höhenmeter und sechs Kilometer bis zum harmlosen Gipfel. Doch dieser liegt im dichten Nebel unsichtbar auf einer welligen Hochfläche ohne markante Geländepunkte. Zum "White Out" gesellen sich noch ein starker Sturm und heftiger Regen, so daß ich meinen ersten Versuch ohne jede Sicht nach einer Weile frustriert abbrechen muß. Beim zweiten Versuch komme ich mit Karte und Kompaß zwar bis auf etwa 800 Meter an den Gipfel heran, muß aber dann bei hereinbrechender Dunkelheit völlig durchnäßt und unterkühlt erneut umkehren.

Bei meinem dritten Versuch am nächsten Tag setze ich schließlich ein geliehenes GPS-Gerät ein, und erst jetzt gelingt es mir, mit Hilfe der Satelliten-Ortung den so niedrigen und unterschätzten Berg endlich zu besteigen!


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© Dr. med. Walter Treibel, 2011