Patagonienreise im Wohnmobil
Argentinien, Chile und Uruguay (28.10.2019 - 29.1.2020)

Einführung

Unsere Reise durch Südamerika im eigenen Wohnmobil hat eine längere Vorbereitung mit einigen, auch beruflichen Veränderungen erfordert. Die erste Etappe von Mai bis August 2019 (eigener Bericht auf der Homepage) hat uns viele neue Erfahrungen gebracht, die wir gleich umsetzen. So kaufen wir uns eine Brotbackmaschine, einen einfachen „Ofen“ zum Aufsetzen auf den Gasherd und nehmen Ersatzteile oder Vorräte mit, die man in Südamerika nur schwer bekommt.

Der folgende Bericht ist chronologisch geschrieben - zur besseren Übersicht haben wir jedoch die Bilder nach Regionen zusammengefaßt.  Argentinien wird dabei in Atlantik (Ostküste, inklusive Uruguay) und Anden aufgeteilt, während Chile (Westküste bzw. Pazifik) extra erscheint. Zum besseren Verständnis der einzelnen Bilder werden in der Fotogalerie auch Legenden eingefügt.

Nach zwei Tagen Vorbereitungen am Campingplatz in Uruguay fahren wir zuerst nach Buenos Aires. Dort erleben wir ein entspanntes Frühlings-Wochenende mit Verwandtenbesuch, müssen aber auch noch einen defekten Fensterheber austauschen lassen. Von hier aus geht es jetzt los in neue Regionen.

 

Von Montevideo über Valdez in die Anden

Die Weiterfahrt zur Halbinsel Valdez an der Ostküste ist sehr lang und langweilig, dafür gibt es dort einige Tiere zu sehen (Seelöwen, Pinguine und ein paar See-Elefanten sowie ein Gürteltier). Wale bekommen wir leider nicht zu Gesicht, dafür sehen wir bei der Anreise die größte Papageienkolonie der Welt. Die anschließende lange Querung nach Westen zu den Anden ist ebenfalls eintönig bis auf ein Gaucho-Reiterfest, bei dem wir zufällig vorbeikommen. Hier kann man gut die Menschen beobachten und auch fotografieren.

In Bariloche, dem Haupttouristenort der argentinischen Schweiz, ist zum Glück in der Nebensaison noch nicht viel los. Auf dem weiteren Weg in den Süden machen wir einen Abstecher zu einem schönen Klettergebiet in einem Canyon mitten in der Pampa (Piedra Parada). Das haben wir ebenfalls zufällig von anderen Reisenden erfahren und klettern tatsächlich zwei Tage bei starkem Wind in festem Löcherfels.

Anschließend geht es zum ersten Mal über die Grenze nach Chile zur Carretera Austral: diese interessante Straße führt zwischen Meer, Anden und vielen Seen immer weiter nach Süden. Eine Bootsfahrt zu spektakulären Marmorhöhlen bringen neben der extremen Landschaft und normalen Spielplätzen weitere Abwechslungen.

 

Von den Anden ungeplant wieder an die Ostküste

Die Carretera Austral erleben wir allerdings bei Regenwetter und zum Teil auf sehr schlechten Pisten. Dabei geht ein vorderer Stoßdämpfer kaputt,

den wir austauschen lassen müssen. Deswegen machen wir einen großen Umweg wieder zurück an die Atlantikküste, wo es in Commodore Rivadavia eine Mercedes-Werkstatt gibt. Dort kann man uns allerdings auch nicht weiterhelfen: da in Argentinien überhaupt keine 4WD-Sprinter verkauft werden, gibt es im ganzen Land auch keine (längeren) Vierrad-Dämpfer. So müssen wir notgedrungen 3000 km mit einem kaputten Stoßdämpfer zum Teil auf Wellblechpisten und bei extremem Wind bis Chile weiterfahren.

Die Atlantikküste, an der wir nun doch wieder ein Stück entlangfahren, hat uns aber dafür positiv überrascht. Hier treffen wir auf Seelöwen- und Pinguin-Kolonien, die wir aus nächster Nähe beobachten können. Die Kinder sammeln an den Stränden alle Arten von Muscheln und Steinen. Immer wieder müssen wir neu aussortieren, weil wir noch schönere finden und ja nicht alles mitnehmen können. Außerdem besuchen wir zwei Nationalparks mit versteinerten Bäumen, die mehrere Millionen Jahre alt sind.

 

Patagonien Highlights: El Chalten, Perito Moreno-Gletscher und Paine-NP

Wieder zurück in den Anden fahren wir als erstes nach El Chalten - von dort starten wir zu einer Trekkingtour. Das schwere Gepäck (Zelt, Schlafsäcke, Isoliermatten, Verpflegung, Stativ plus Kraxe mit Annalena) wiegt zusammen über 55 kg und beschert uns damit ein echtes Expeditionsfeeling! Wir laufen zum Basislager des Cerro Torre und erleben dort einen spannenden Sonnenaufgang bis hin zum wolkenfreien Himmel, nachdem zuvor noch alles bewölkt war.

Wir haben insgesamt viel Glück mit dem oft sehr unbeständigen patagonischen Wetter, während andere die Berge hier überhaupt nicht zu Gesicht bekommen oder nur bei Regen und Sturm erleben. Auf der Rückreise kommen wir hier noch einmal vorbei und ich kann zusätzlich noch einen Sonnenaufgang am mächtigen Fitz Roy, dem Hauptgipfel dieser wilden Bergkette fotografieren. Allerdings war dazu ein Aufstehen um 4 Uhr früh nötig!

Am berühmten Perito Moreno-Gletscher in der Nähe von El Calafate haben wir zwei Tage strahlenden Sonnenschein und warten stundenlang auf einen großen Eisabbruch des kalbenden Gletschers. Trotz aller Geduld brechen meist nur kleinere Eisstücke ab und stürzen in den See - man kann eben nicht alles haben. Die Kinder sind aber auch davon schon begeistert.

Frühaufstehen (5 Uhr) war auch mehrfach im chilenischen Torres del Paine Nationalpark gefragt, denn da ist das Wetter meist noch am besten. Hier fotografiere ich mehrere Zeitraffer-Sequenzen, die mit den ziehenden Wolken die starken Patagonienwinde demonstrieren. Für Trekking ist das Wetter aber zu stürmisch und die Übernachtungsplätze sowieso ausgebucht.

 

Punta Arenas und Feuerland

Auf dem weiteren Weg in den Süden müssen wir bei extremen Winden sehr konzentriert fahren, da der Sprinter eine große Oberfläche hat und bei Sturmböen Schlangenlinie fährt. Dazu kommen die defekten Stoßdämpfer …, aber erst in Punta Arenas, einer großen Hafenstadt mit Freihandelszone gibt es diese Ersatzteile. Zum Glück finden wir auch ein neues Akku-Ladegerät für die Nikonkamera. Vorher war das Aufladen der Akkus nach einem Defekt nur durch andere Reisende möglich – und die alte Kamera kam auch mal wieder zum Einsatz.  

Von hier aus erreichen wir per Fähre auch den südlichsten Punkt unserer ganzen Reise – die Insel Isla Grande de Tierra del Fuego. Auf Feuerland haben wir erneut meistens Glück mit dem normalerweise sehr unbeständigen Wetter und mehr Sonne wie Regen. Aber nicht nur deswegen gefällt es uns besser als die Vorhersagen anderer Reisenden, sondern vor allem wegen der rauhen und extremen Landschaft. Wir sehen hier auch noch weitere Tiere wie Königspinguine, einen toten Hai am Strand oder springende Delphine in der Magellanstraße.

Mit Ushuaia erreichen wir die südlichste Stadt „am Ende der Welt“, wobei wir einen Tag später auf einer Piste sogar noch weiter südlicher direkt am Beagle-Kanal Station machen. Wir sind jedenfalls froh, dass wir die zusätzlichen Kilometer für diese Erfahrungen auf uns genommen haben.

 

Von Feuerland zurück nach Norden – Weihnachten und Sylvester

Von Feuerland geht es nun zurück nach Norden und von der Atlantikküste wieder nach Westen in die Anden. Den Paine-Nationalpark lassen wir diesmal aus, fahren aber erneut - wie schon beschrieben - nach El Chalten mit einem schönen Sonnenaufgang am Fitz Roy. Am gleichen Abend erleben wir sogar noch einen dramatischen Wolkenhimmel beim Sonnenuntergang über einer riesigen Lagune.

Unser nächster Höhepunkt sind die beeindruckenden Felszeichnungen der Cueva de las Manos – völlig zu Recht UNESCO-Weltkulturerbe. Die Malereien – vor allem Hände – sind 1700 bis 9000 Jahre alt, bestens erhalten und – im Gegensatz zu den entsprechenden europäischen Höhlen – als Originale zu bestaunen! Für Christine gleich ein zusätzliches Geschenk zum Geburtstag, den wir in einem benachbarten wilden Canyon feiern.

Zwei Tage später verbringen wir den Heiligabend in einem kleinen argentinischen Dorf. Von dort können wir unsere Emails mit dem Polizeinetz verschicken, da das öffentliche Netz wie so oft nicht funktioniert und auch nach Hause telefonieren. Der erste Weihnachtsfeiertag findet dann an einem wolkenreichen See mit Grillfeuer statt.

 

In den Anden zwischen Chile und Argentinien

Nach dem Grenzübertritt regnet es in Chile zunächst wieder. Das ist aber fast normal, da die wasserreichen Wolken bei beständigem Westwind sich an der Andenkette entladen und eine sehr grüne Landschaft produzieren. Aber endlich gibt es auch hier schönes Sommerwetter und wir setzen per Fähre auf die Insel Chiloe über. Sie ist mit ihren vielen Kirchen ebenfalls Weltkulturerbe und gefällt uns sehr mit ihren bunten Holzhäusern und kleinen Fischerdörfern.

Sylvester und Neujahr feiern wir hoch oben über Meer und See am Vulkanberg Osorno in der Nähe von Puerto Montt. Dort ist im südlichen Winter ein Skigebiet, zu dem eine Straße hinaufführt. Der nächste Tag bringt uns noch höher, abgelegener und spannender auf einer Offroadpiste ebenfalls in ein benachbartes Vulkangebiet. Die Sonnenuntergänge und Abendstimmungen faszinieren uns jeden Tag wieder, trotzdem lässt sich Walter auch das frühe Aufstehen zum Fotografieren des Sonnenaufganges nicht nehmen.

Jetzt sind natürlich in beiden Ländern Ferien und Hochsaison und daher alle Campingplätze wie auch freie Übernachtungsmöglichkeiten an See- oder Flussufern ziemlich voll. Deshalb halten wir uns bei den folgenden argentinischen Seen oberhalb von Bariloche nur recht kurz auf.  Hier treffen wir zufällig die bekannte Fußballmannschaft von River Plate, die hier zum ersten Mal ihr Trainingslager aufschlägt – und einen riesigen Menschenauflauf und Stau verursacht. In der nächsten Ortschaft gibt es als starken Kontrast eine Darstellung des Lebens Jesu mit großen Steinskulpturen – über zwanzig Stationen, die vor allem die Emotionen und das innere Erleben der Personen zum Ausdruck bringen.

Auf dem Weg zu mehr Einsamkeit befahren wir eine abenteuerliche, über 100 km lange Urwald-Piste nach Chile. Bei einer sehr baufälligen Holzbrücke fahren wir lieber direkt durch den Fluss als einen Einsturz zu riskieren. Und bei der rein temporären (Sommer-) Grenzstation sind vermutlich an diesem Tag die einzigen Touristen überhaupt.

Trotzdem wird auf der chilenischen Seite wieder eine genaue Lebensmittelkontrolle durchgeführt. Mehrfach müssen wir bei diesen Untersuchungen im Wagen verbotene Sachen abgeben, die dann zerstört werden, sei es eingeschweißte Wurst oder Käse, Honig oder einen kleinen Kaktus sowie auch Eier. Wenn man Glück hat, darf man Manches noch aufessen, sodass wir einmal sogar direkt an der Grenze ungeplant zu Abend essen.    

In der stark frequentierten chilenischen Urlaubsgegend um Pucon besuchenwir Hans und Truus Saler und halten uns dort zwei Tage auf. Wir haben viel über Chile, vor allem aber über die Bergsteigerlegende Hans erfahren: ein Münchner Abenteurer, Segler und Weltbergsteiger wie er im Buche steht (er selbst hat zwei geschrieben). Wir haben uns gut verstanden und möchten uns auch hier nochmal für die spontane und großzügige Gastfreundschaft bedanken. Zusätzlich haben sie uns auch bei unseren Flugumbuchungen geholfen und die Kinder waren von den vielen Tieren begeistert. Für Isabella war das Eselreiten das schönste Reiseerlebnis und Annalena möchte wieder einen Besuch machen …

Dieser Aufenthalt hat uns auch etwas mit dem vorher eher ungünstigen Eindruck von Chile versöhnt (viele Regentage auf der Carretera Austral, relativ hohes Preisniveau und die unverständlichen Einreisebestimmungen und Verpflegungskontrollen an den Grenzen). Dies war auch nötig, denn unser nächster Ausflug in einem Vulkan-Nationalpark fand wieder bei Nebel und Regen statt. Dort machen wir mit Allrad eine Matsch- und Pfützenfahrt zur oberen Lagune - an eine geplante Wanderung ist leider nicht zu denken. Auch am nächsten Tag gibt es noch dichte Wolken, Sturm und Nebel bei nur 2,5 Grad an einem Kratersee.

 

Rückfahrt über Mendoza und Buenos Aires nach Uruguay

Wieder in Argentinien haben wir bei den darauffolgenden Pisten westlich der Ruta 40 dann aber bestes, schon sehr heißes Wetter. Von der abgelegenen und einsamen Laguna Varvarco fahren wir ein gutes Stück die extreme Piste zum Pass Richtung Barrancas hinauf - ein echtes Offroadabenteuer nur für Landcruiser, Hilux und Co!

Danach sind unsere Reifen allerdings durch den steinigen Untergrund ziemlich ramponiert und wir müssen zwei schon relativ abgefahrene Reifen in Mendoza austauschen. Die weitere Rückfahrt ist hauptsächlich Kilometerfressen bei großer Hitze (zum Teil mehr als 35 Grad), nur unterbrochen durch einen sehr angenehmen Verwandtenbesuch in Buenos Aires.  

Am Campingplatz in Uruguay brauchen wir erst einmal zwei volle Servicetage am/ums Auto mit Waschen, Säubern, Reparieren, Sortieren und Packen. Mit mehr Ruhe als unterwegs und einem guten, sicheren Internet kommen wir auch dazu, ein paar Emailnachrichten zu verfassen.

Dann haben wir sogar noch 3 Tage Zeit für Strandausflüge um Punta del Este, der Hochburg des Tourismus in Uruguay. Dabei können wir die vielen intensiven Eindrücke der letzten drei Monate schon etwas setzen lassen, uns noch ein wenig an den Sandstränden an der Atlantikküste erholen oder ohne ständigen Wind unsere Campingausrüstung genießen. 

 

Allgemeines und Resümee

Viel Zeit unterwegs braucht immer auch der „normale“ Reisealltag: Tanken und Toilettenentsorgung ist noch am einfachsten, Wassernachfüllen manchmal schwieriger, Einkaufen oft mühsam – und immer ist irgendetwas an Auto, Einrichtung oder sonstiger Ausrüstung zu reparieren. Aber die Reiseerlebnisse wiegen diese Unannehmlichkeiten bei weitem auf. Spannend ist es auch, andere Reisende zu treffen und sich auszutauschen oder sogar ein Stück mitzunehmen – u.a. auch zwei schwerbepackte Radler aus Belgien, Studenten aus Mexiko oder Einheimische, die in der weit entfernten Stadt etwas reparieren müssen!

Ein normaler Tagesablauf sieht etwa so aus: Nach dem großzügigen Ausschlafen brauchen Anziehen, Frühstücken, Aufräumen etwa 2 Stunden, sodass wir erst zu Mittag weiterfahren. Unterwegs gibt es immer wieder Stopps für Besichtigen und Fotografieren, Einkaufen oder Tanken, Spielplätze oder Planschen, Essens- oder Trinkpausen. Am Spätnachmittag ist das Licht zum Fotografieren meist am besten und wir fahren deshalb bis in den Abend hinein. Da das Tageslicht im Süden jetzt sehr lange anhält, findet unsere Nachtplatzsuche und Abendessen recht spät statt. Während die Kinder (und Christine) irgendwann schon im Bett sind, bearbeitet Walter noch die Fotos des Tages oder plant die nächste Etappe. Dafür können/müssen wir am nächsten Morgen erst mal wieder ausschlafen, wenn nicht gerade ein Sonnenaufgang fotografiert werden soll …    

Nachdem wir insgesamt Glück mit dem Wetter haben (d.h. keine Schlechtwettertage absitzen müssen) sowie gut vorangekommen sind, fliegen wir sogar zwei Wochen früher nach Hause als ursprünglich geplant. Isabella freut sich schon aufs Skifahren und die Spielkameraden im Kindergarten und Annalena auf die Spielsachen zu Hause. Beide Kindern haben prima mitgemacht und es ist uns allen auch nicht langweilig geworden. Unsere Reise nach Patagonien bis ganz in den Süden ist im Rückblick zwar nicht ganz so exotisch wie die erste Etappe - zum Beispiel gibt es diesmal genügend Supermärkte und Tankstellen. Aber durch die technischen Probleme wie auch durch das unberechenbare Wetter bleibt es die ganze Zeit recht spannend.

In der Hauptsaison sind natürlich auch mehr Touristen unterwegs - trotzdem sind wir überraschenderweise teilweise ziemlich alleine. Das liegt auch daran, dass wir nur auf Campingplätzen übernachten, wenn wir Strom zum Brotbacken bzw. Internet brauchen oder das Gebiet etwas unsicher ist. Außerdem wählen wir unsere Routenführung mit vielen Pisten eher abseits der Hauptrouten. Insgesamt sind wir mit dem Gesehenen und Erlebten sowie mit der Foto- und Filmausbeute dieser Patagonienfahrt sehr zufrieden

Autotechnisch gibt es bis zum nächsten Mal noch Einiges zu tun: Stoßdämpferwechsel hinten und nach 8 Jahren auch Austausch von 2 Bordbatterien, da bei großer Hitze unser Kompressor-Kühlschrank nicht mehr die Nacht über durchhält. Andrerseits hat sich unser Wagen wie auch die Einrichtung und technische Ausrüstung jetzt schon fast 6 Monate unter schwierigen Bedingungen gut bewährt. Wir möchten daher weder mit einem echten Geländewagen oder einem LKW-Mobil, einem normalen Camper oder einer Dachzeltvariante tauschen, die uns hier oft begegnet sind.

Unser Wagen bleibt – wie geplant – in Uruguay stehen, damit wir im Frühjahr weiterfahren können, zunächst nach Brasilien mit den Iguazu-Fällen und dem Pantanal. In Bolivien geht es wieder ins karge Andenhochland, dem wir weiter über Peru und Ecuador bis Kolumbien folgen wollen. In der Realität werden aber wahrscheinlich noch einige Umplanungen nötig sein – aber genau das macht ja auch den Reiz und die Herausforderung bei solchen Langzeitreisen aus.    

   

Reise-Statistik und technische Details

Fahren: 16600 km in 13,5 Wochen (bei oft sehr langen eintönigen Strecken durch die weite Pampa) ergibt 180 km pro Tag (zwischen Null bis über 500 km). Im Mittel knapp 3,5 Stunden Fahrzeit pro Tag bei etwas mehr Pausenzeiten und einem Durchschnitt von knapp 50 km pro Stunde. Diesmal insgesamt 4200 km Pisten (ca. 47 km /Tag) in unterschiedlichster Qualität.

Kosten: wegen den anteilsmäßigen Schiffstransportkosten und diversen Reparaturen/Ersatzteilen ist der  Betrag für das Auto mit mehr als einem Drittel am höchsten, dann folgt der Flug samt Umbuchung mit über einem Viertel. Das Einkaufen (Essen + Haushalt) und Tanken landet im Mittelfeld, während Sonstiges (z.B. Eintritt), Kommunikation (Telefon) oder Übernachtungen kaum zu Buche schlagen.

Austausch oder Reparaturen: Stoßdämpfer hinten und vorne, 2x Wasserpumpe, Fensterheber, 2  neue Reifen, z.T. neue Bremsbeläge, Ölwechsel, Glühbirnen, gelockerte Schrauben. 1 GPS-Gerät und 1 Ladegerät für Fotokamera defekt. Viele Kleinreparaturen oder Klebungen aller Art.

Sonstiges: 12 Grenzübertritte, jeweils mit neuen Pass-Stempeln und Autopapieren. Knapp 3000 Fotos und 140 Filmsequenzen. Unterwegs insgesamt 30 Brote und 10 Kuchen gebacken. Im neuen „Gas-Backofen“ Pizza, Auflauf, Pommes oder Grillgemüse ausprobiert. Ebenso Moskitonetze, extra Ventilatoren oder die eigene Bord- „Waschmaschine“ (ein spezieller Sack) mit Erfolg getestet.



 

© Dr. med. Walter Treibel, 2020