TENS - Elektrotherapie gegen Schmerzen

Ambulante "TENS"-Geräte in der Orthopädiepraxis


Die schmerzlindernde Wirkung von TENS (Transkutane Elektro-Neuro-Stimulation) nach der Control-Gate-Methode ist wissenschaftlich erwiesen und hat sich auch in der täglichen Arztpraxis sehr gut bewährt. Es wirkt gut bei den verschiedensten Krankheitsbildern und Körperregionen in der Orthopädie, z.B.bei HWS- und LWS-Syndromen, bei Schulter- und Ellenbogenbeschwerden , bei Knie- und Sprunggelenksarthrosen sowie bei einigen weiteren akuten oder chronischen Schmerzsyndromen. Hier soll vor allem auf einige praktische Erfahrungen und Vorteile hingewiesen werden.

Anfangs wurden in meiner Praxis mit dem TENS-Gerät vor allem austherapierte Patienten behandelt, d.h. solche, bei denen die konventionellen Behandlungen wie Krankengymnastik und die ganze Palette der physikalischen und medikamentösen Therapie wenig gebracht hat. In dieser Patientengruppe ("chronische Schmerzpatienten") waren naturgemäß viele mit multiplen Beschwerden (wie z.B. Fibromyalgie-Syndrome, psychosomatische Fälle, usw.), so daß das TENS-Gerät eine "Rückzugsmethode" war, wenn keine anderen Therapien mehr zur Verfügung standen. Mit zunehmenden Erfolgen habe ich TENS auch immer mehr bei akuten Fällen ("Hexenschuß", aktivierte Arthrosen, Kalkschulter usw.) erfolgreich eingesetzt.

Der große Vorteil der Methode und eines 2-Kanal-Gerätes ist, daß zwei Regionen oder Erkrankungen gleichzeitig behandelt werden können, was bei zunehmendem Alter und multiplen Erkrankungen unserer Bevölkerung immer häufiger vorkommt. Gleichzeitig ist es ideal für Patienten, die keine (Schmerz-) Medikamente nehmen dürfen oder wollen.

Besonders sinnvoll und auch sparsam ist das TENS-Gerät, wenn es für zwei Personen gleichzeitig eingesetzt werden kann, z.B. für (Ehe-) Partner. Ein Ehepaar erzählte mir von seinen Fernsehabenden, wo das TENS-Gerät von beiden gleichzeitig mit je einem Kanal benutzt wurde! Man kann es aber auch bei fast allen Alltagsaktivitäten einsetzen, z.B. beim Autofahren, bei Haushaltsarbeiten oder am PC. Es gibt im Gegensatz zu Behandlungen in Physiotherapiepraxen keine Terminprobleme, das Gerät steht rund um die Uhr die ganze Woche, auch an Feiertagen, uneingeschränkt zur Verfügung. Aufgrund seiner kleinen Abmessungen ist es genauso g
ut für den reisenden Geschäftsmann oder für den Urlaub geeignet, selbst bei Flugreisen. Auch vor einem Urlaub der eigenen Praxis verordne ich das TENS-Gerät häufig, so daß der Patient während meiner Abwesenheit (neben Medikamenten und Physiotherapie) gut versorgt ist.

 

Zu guter Letzt: Auf Grund seiner Vielseitigkeit ist ein TENS das einzige medizinische Gerät, das ich bei meinen Expeditionsreisen für alle Notfälle selbst mitnehme.

 

© Dr. med. Walter Treibel, 2011